Über EBBS_rail

EBBS_rail

Entscheidungshilfe für den Umgang mit Bestandsbrücken in Stahl im Netz der Deutschen Bahn AG

Das DFG-Erkenntnistransferprojekt EBBS_rail entwickelt gemeinsam mit der DB InfraGO AG eine praxisorientierte Entscheidungshilfe für den Umgang mit historischen stählernen Eisenbahnbrücken. Ziel ist es, unterschiedliche Handlungsoptionen ganzheitlich zu bewerten und fundierte, nachvollziehbare Entscheidungen zu ermöglichen.

Genietete stählerne Eisenbahnbrücke mit verziertem Geländer, auf dem Pflanzen wachsen
EÜ August-Bebel-Straße in Ludwigsburg (Baden-Württemberg). © M. Krämer 2025 / www.marcelkraemer.de

Anlass

100 Jahre und dann Schluss!?

Im Netz der Deutschen Bahn AG befinden sich zahlreiche historische Stahlbrücken, die inzwischen über 100 Jahre alt sind. Viele dieser Bauwerke stehen vor grundlegenden Entscheidungen über ihre Zukunft. Dabei wird häufig ein Ersatzneubau vorgesehen, obwohl Erhalt und Ertüchtigung technisch und wirtschaftlich tragfähige Alternativen darstellen können. Zugleich gewinnen ökologische und baukulturelle Aspekte zunehmend an Bedeutung. Im wissenschaftlichen Vorgängerprojekt konnte gezeigt werden, dass Erhalt und Ertüchtigung historischer stählerner Eisenbahnbrücken auch bei umfangreichem Instandsetzungsbedarf technisch realisierbare, wirtschaftlich konkurrenzfähige und insbesondere ökologisch vorteilhafte Alternativen zum Ersatzneubau darstellen können.

Ziel

Erhalt als echte Handlungsoption

EBBS_rail verfolgt das Ziel, die im Vorgängerprojekt gewonnenen Erkenntnisse in die Planungspraxis der DB InfraGO AG zu überführen. Erhalt und Ertüchtigung historischer stählerner Eisenbahnbrücken sollen von Beginn der Planung an als gleichwertig zu prüfende Handlungsoptionen neben dem Ersatzneubau betrachtet und auf einer fundierten Grundlage bewertet werden. Dabei steht nicht der Erhalt um jeden Preis im Vordergrund, sondern die ergebnisoffene Suche nach der im jeweiligen Einzelfall insgesamt besten Lösung.

Methodik

Von der Forschung in die Praxis

Im Mittelpunkt von EBBS_rail steht die Weiterentwicklung und Erprobung der im wissenschaftlichen Vorgängerprojekt erarbeiteten Methoden anhand von drei konkreten Pilotprojekten in Zusammenarbeit mit der DB InfraGO AG. Die Weiterentwicklung und Erprobung des Bewertungssystems und der Toolbox erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Anwendung. Durch den kontinuierlichen Austausch zwischen der BTU Cottbus-Senftenberg, der DB InfraGO AG und den beteiligten Denkmalfachbehörden werden wissenschaftliche Erkenntnisse mit den technischen, betrieblichen und denkmalpflegerischen Anforderungen verknüpft. Die Erfahrungen aus den Pilotprojekten fließen unmittelbar in die Weiterentwicklung der Instrumente ein und gewährleisten deren Anwendbarkeit in den Planungs- und Entscheidungsprozessen der DB InfraGO AG.

Mehrwert für die Praxis

Besser entscheiden. Ressourcen bewahren.

EBBS_rail schafft die Grundlage für fundierte und nachvollziehbare Entscheidungen im Umgang mit historischen stählernen Eisenbahnbrücken. Durch die frühzeitige Untersuchung unterschiedlicher Handlungsoptionen können wirtschaftlich vorteilhafte Erhaltungs- und Ertüchtigungslösungen identifiziert und unnötige Ersatzneubauten vermieden werden. Die frühzeitige Einbindung relevanter Akteure und die Berücksichtigung unterschiedlicher Interessen können Konflikte in Planungs- und Genehmigungsverfahren reduzieren, kostenintensive Umplanungen vermeiden und damit die Termin- und Planungssicherheit erhöhen.

Anhand der Pilotprojekte werden die Potenziale und Voraussetzungen des Bestandserhalts aufgezeigt und übertragbare Lösungsansätze entwickelt. Die Weiternutzung bestehender Tragwerke kann dabei nicht nur Ressourcenverbrauch, Abfall und CO₂-Emissionen reduzieren und baukulturelle Werte bewahren, sondern auch Planungs- und Bauprozesse vereinfachen und erhebliche Kosten einsparen.